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1947 - 1966

Posted in Resultate von admin am 11. März. 2006

Vereinsgeschichte 1947 - 1966

Am 10. April 1947 wurde der Kleinkaliber-Schiessverein Dielsdorf und Umgebung gegründet.
Dieses ausserordentliche Ereignis hatte seine Vorgeschichte. Im Zürcher Unterland konnte diese neuartige Schiesssportart nur der Militärschiessverein Bülach über eine Untersektion einem zunehmenden Interessentenkreis anbieten. In dieser Sektion kam es zu Unstimmigkeiten, was ein paar Mitglieder bewog, sich nach einer Alternative umzusehen. Diese bot sich in Dielsdorf an, wo sich die Pistolenschützen anschickten, unter der Obhut der Schützengesellschaft von der Lägern, einen eigenen Schiessstand zu bauen.
Aktive 300-Meter-Schützen wie Paul Dill, Walter Bietenholz, beide Dielsdorf, Walter Häberling, Niederglatt, Hans Maag, Bachenbülach, setzten sich mit grossem Engagement für einen neuen Kleinkaliber-Verein und auch entsprechenden Schiessstand ein. Ihr grosser Mentor war Eugen Schäfer, Baumeister in Dielsdorf und damals auch Kantonsrat. Bereits 1946 leiteten diese Männer das Notwendige ein, um die Baubewilligung und die Finanzierung zu ihrem geplanten Werk zu erreichen. Sehr rasch und erfolgreich setzten sie ihre Idee um. Die Gemeinde Dielsdorf erteilte umgehend die Bewilligung und gewährte einen Beitrag von Fr. 5000.-. Von dem damals schon grosszügigen Sport-Toto-Geld erhielt man eine Subvention von Fr. 13400.-, sodass von den geschätzten Bau-und Anlagekosten noch Fr. 5000.- - wovon Fr. 1200.- als Fronarbeit - durch die Schützen aufzubringen waren.
All dies war wohl vorbereitet, als sich 29 interessierte Neumitglieder zur Gründungsversammlung vom 10. April 1947 in der Metzgerhalle in Dielsdorf einfanden. Eugen Schäfer konnte unter Traktandum 3 berichten, dass alle Instanzen dem Bau zugestimmt haben, dieser Ende Mai (!) bezugsbereit sei und die Finanzierung bis auf Fr. 3000.- sichergestellt sei.
Dieser ungesicherte Betrag war offensichtlich kein Hemmnis für die Vereinsgründung, die nach Behandlung der vorliegenden Statuten ohne jegliche Zweifel und Fragen über die Bühne ging. Einzige Opposition galt der von Hans Schärer, Steinmaur, beantragten Beitragserhöhung auf sechs Franken, der vom Vorstand vorgeschlagene runde Fünfliber war allen lieber.
Man durfte wohl von einer freudigen Vereinsgründung berichten und niemand konnte dagegen Argumente finden, auch aus Bülach nicht. Als erster Vereinspräsident wurde Paul Dill gewählt, ihm zur Seite standen die oben namentlich erwähnten Gründungsmitglieder.
Die heute noch im Original vorhandenen Statuten wurden vom Zürcher Kantonalen Sportschützen-Verband genehmigt. Man könnte heute noch mit ihnen leben, respektive den Schiessbetrieb führen. Nicht mehr zeitgemäss würden wohl die "Pflege der vaterländischen Gesinnung" oder die Einschränkung der Mitgliedschaft auf "Männer" empfunden. Hingegen könnte die Sorge für "gute Disziplin" und "korrekte Handhabung der Waffen" wieder aufleben. Die Schlussregelung in den Statuten über die Vereinsauflösung musste erfreulicherweise nie traktandiert werden.
Mit grossem Eifer ging man in die erste Schiesssaison des neugeborenen Vereins.
Es wurde ein Schiessprogramm absolviert, das in seiner Intensität noch heute einige aktive Schützen stressen würde. Wenn man bedenkt, dass das Automobil noch nicht ein weit verbreitetes Fortbewegungsmittel war, erstaunt die Reisefreudigkeit der "jungen" Kleinkaliberschützen. Zürich, Benken SG, Frick AG, Neuhausen, Schlieren waren Austragungsorte von Schützenfesten, die man gemeinsam besuchte.
In einem umfassenden Jahresbericht von sechzehn (!) Seiten gab der Schützenmeister Hans Maag Rechenschaft über dieses so aktive erste Schützenjahr des neuen Vereins. Der Höhepunkt war sicher das "Kantonale" in Zürich-Aussersihl, an dem 26 von 27 Aktivmitgliedern teilnahmen. Ein Resultatsvergleich zu heute mag hinken, aber mit nur zehn Kranzresultaten erreichten die Dielsdorfer den zweiten Sektionsrang.
Da auch das Volksschiessen bereits im Gründungsjahr organisiert und durchgeführt wurde, dürfte man gesamtschweizerisch zu den wenigen Vereinen zählen, die auch für diesen öffentlichen, sehr beliebten Anlass 50 Jahre Jubiläum schreiben dürfen. Am Sonntag, den 17. August 1947 besuchten tatsächlich 380 Schützen das Fest im neu erbauten Stand in Dielsdorf.
Es gäbe über dieses erste Jahr noch viel zu berichten, zum Beispiel, dass
· Eugen Huber "pfyfegrad" sieben Kranzresultate schoss
· Ernst Wintsch viel unter Festfieber leiden musste
· der Schützenmeister weniger Erfolgreiche mahnte, "die Flinte nicht ins Korn zu werfen"
· jeder aufgefordert wurde, in Vorbereitung für das "Eidgenössische 1948" jeden Tag einige Minuten Zielübungen zu machen.
Dass die Resultate wirklich bemerkenswert waren, wird bewiesen durch teilweise Wiederholung im Jahresbericht des Präsidenten Paul Dill. Der Schützengesellschaft von der Lägern und Herrn Baumeister Schäfer gilt sein besonderer Dank für den Bau der 50-Meter-Anlage. Auch das Volksschiessen und den damit verbundenen Einsatz der Mitglieder sowie der finanzielle Erfolg rühmt der Präsident in seinem ersten Jahresbericht sehr.
1948 war das Jahr des Eidgenössischen Schützenfestes in Burgdorf. Wer vom Verein daran teilnehmen wollte, musste vorher 10 Passen zu 6 und 10 Passen zu 5 Schüssen absolvieren. Trotz diesen happigen Bedingungen waren die Resultate nicht den Erwartungen des Schützenmeisters entsprechend. Mit einem Durchschnitt von 52.6 Punkten erreichte Dielsdorf nur den 27. Sektionsrang. Nicht entmutigt sprach man bereits vom nächsten Eidgenössischen, natürlich auch von besseren Resultaten.
Dank des positiven Rechnungsabschlusses des ersten Vereinsjahres konnten vier Langgewehre mit 1A-Hämmerli-Läufen angeschafft werden. 520 Franken kostete diese einmalige Investition, die allen Vereinsmitgliedern zugute kommen sollte. Uebrigens wurde in jenem Jahr der Munitionspreis von 8 auf 6 Rappen reduziert.
Wiederum mit grossem Erfolg wurde das Volksschiessen durchgeführt. Die ersten zehn Rangierten dieses beliebten Schützenfestes erreichten einen Durchschnitt von 87.7 Punkten, 1996 war der gleiche Wert fast zehn Punkte höher. Ein Vergleich der unterschiedlich verwendeten Waffen würde diese Punktedifferenz relativieren.
Erstmals wurde eine interne Vereinsmeisterschaft durchgeführt, die von Hermann Rossi gewonnen wurde. Sieger der Kategorie B wurde Eugen Schäfer, der in diesem Jahr zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde. Seine grossen Verdienste um den Verein, aber insbesondere sein unermüdliches Engagement für den in Rekordzeit erstellten Bau des 50-Meter-Schützenhauses, wurden durch diese frühe Ehrung honoriert.

Der Mitgliederbestand erhöhte sich auf 34 aktive und 19 passive Schützen, wovon immer noch ein grösserer Teil aus der "Umgebung" von Dielsdorf kam. Allerdings kam es 1949 zu Abwanderungen in die neugegründeten Sektionen von Glattfelden und Niederweningen. Diese Neugründungen hatten auch ihre Auswirkungen auf die Beteiligung an den zukünftigen Volksschiessen.
Aus nicht feststellbaren Gründen gab der äusserst rührige Schützenmeister Hans Maag seinen Austritt aus dem Verein. Dagegen wurde Walter Häberling in den Vorstand des Zürcher Kantonalen Sportschützenverbandes gewählt. Selber ein hervorragender Schütze - er war der erste, der in Dielsdorf das Matchschiessen pflegte - startete damit Walter Häberling eine Funktionärskarierre, die ihn zum Vereins-, Verbandspräsidenten und in die eidgenössische Matchkommission führte. Er war der massgebende Pionier als in der Schweiz das Luftwehrschiessen gegründet wurde.
Hermann Rossi wurde 1949 bereits zum 2. Mal Vereinsmeister, leider verstarb er ein Jahr später an einem tragischen Arbeitsunfall.
Ab 1950 schien sich die anfängliche Euphorie etwas abgekühlt zu haben. Es kam zu Austritten und zwei Mitglieder wurden sogar wegen Fehlen an obligatorischen Anlässen aus dem Verein ausgeschlossen. Auch die Resultate schienen darunter zu leiden und diejenigen vom Kantonalen 1952 in Küsnacht wurden nicht einmal mehr gemeldet. 1950 und 1951 wurde Emil Dünki aus Freienstein Vereinsmeister, ein besonderes Original eines Schützen, das noch viele hervorragende Resultate und Erlebnisse zur Vereinsgeschichte beitrug. 1952 wird Dielsdorf respektive dessen Präsident Paul Dill für fünf Jahre Volksschiessen in der Sportschützenzeitung besonders geehrt.1952 wird Walter Häberling erstmals Vereinsmeister, was er gleich im folgenden Jahr wiederholte.
Vom Eidgenössichen 1953 in Lachen konnten keine Glanzresultate heimgebracht werden. In besonderer Erinnerung aus jenem Jahr blieb der Vereinsausflug nach Engelberg. Er scheint ein tüchtiges Loch in die Vereinskasse gerissen zu haben.
1954 wird Eugen Huber - genannt Pfyfegrad - erstmals Vereinsmeister. Es werden erstmals Kleinkaliber-Karabiner für den Verein angeschafft. Die Präzision der Waffen hat einen weiteren Schritt getan, doch weitere und vor allem raschere werden folgen. Die Anschaffung wurde durch den Sport-Toto subventioniert.
An der Generalversammlung 1955 übergab Paul Dill das Vereinspräsidium Walter Häberling. Paul Dill wurde als eigentlicher Vereinsgründer und unermüdlicher Schaffer der ersten Jahre mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. An seiner Stelle trat Emil Hoffmann in den Vorstand, der mehrere nachfolgende Jahre für den Verein ebenfalls Hervorragendes leistete.
Der Schiessbetrieb 1955 begann mit einem reduzierten Mitgliederbestand von 19 Aktivschützen. Auch Eugen Huber, der noch an der Generalversammlung für seinen 2. Rang in der Vereinsmeisterschaft vom Sieger Emil Dünki mit einer Vase beschenkt wurde, hängte das Gewehr an den berühmten Nagel. Allerdings nicht für immer, er trat bereits ein Jahr später dem Verein wieder bei. An seine Stelle trat Dr. Ernst Romann als Schützenmeister dem Vorstand bei. Auch über ihn wird später Gutes zu berichten sein, er wurde Vereinspräsident und hat sich besonders im Luftgewehrschiessen verdient gemacht.
Beim reduzierten Mitgliederbestand war es besonders schwierig, sogenannte Zeiger zu finden. Es wurde deshalb beschlossen, solche auch ausserhalb des Vereins zu suchen und auch zu honorieren. Der Stundenlohn geht aus dem Protokoll nicht hervor. Ab 1955 durfte die in Thun entwickelte und fabrizierte Stockhornpatrone verwendet werden. Ob sie den Dielsdorfer Schützen den erwünschten Erfolg brachte, bleibt offen.
1956 war das zehnte Vereinsjahr des Kleinkaliber-Schiessvereins Dielsdorf und Umgebung. Präsident Walter Häberling würdigte dieses Jubiläum in seinem Jahresbericht. Ganz besonders hob er die gute Kameradschaft hervor, die in diesem Verein besonders gepflegt wurde. Besonders dazu beigetragen hatten die fast legendären Vereinsausflüge. In jenem Jahr besuchte man ein Schützenfest in Sursee. Vereinsmeister wurde 1956 wieder Emil Dünki. Walter Häberling und Heinrich Meier, Oberhasli, wurden an der Generalversammlung für ihre zehnjährige Tätigkeit im Vorstand besonders geehrt.
Am Vereinsausflug 1957 nach Weisbad haben alle Mitglieder - und fast alle mit Anhang - teilgenommen. Ein Hagelwetter bei Wald hatte wohl den Berichterstatter so beeindruckt, dass er jegliche Kommentierung über ein allfälliges Schützenfest vergass. Im gleichen Jahr fand das Eidgenössische Schützenfest in Luzern statt. Die erstmals verwendeten Transportscheiben hatten die Dielsdorfer Schützen offensichtlich verwirrt. Trotz intensivem Training - das auch unter der Woche nicht gescheut wurde - blieben die erwarteten Resultate aus. Die Kritik des Schützenmeisters blieb in seinem Jahresbericht natürlich nicht aus. Allerdings entschuldigte er sich gleichzeitig, dass er am Wettkampf nicht teilnehmen konnte.
Die Nachbarsektion Glattfelden lud im Herbst zu einem besonderen Wettkampf ein, an dem die Besten mit Güggeli als Gabe ausgezeichnet wurden. Diese Güggeli wurden dann in der Metzgerhalle Dielsdorf verspiesen und es reichte sogar, einem ferngebliebenen Niederglatter Kollegen einen Anteil an sein Gartentörchen zu hängen. Vereinsmeister 1957 wurde der Präsident Walter Häberling, der Veteran Johann Wolf erhielt das Scharfschützenabzeichen des Verbandes.
Besonders zu erwähnen war in jenem Jahr die erstmalige Durchführung des Jungschützenwettschiessens. Was mit 64 Teilnehmern begann, wurde zum Wohle der Jugend und des Vereins zur bis heute gebliebenen Tradition. An diesem Jungschützenwettschiessen nahmen 1958 bereits 291 Jugendliche teil, darunter auch der spätere Bobcrack Hans Hiltebrand, der für sein Resultat vom Verband ausgezeichnet wurde.
Der Vereinsausflug führte nach Wädenswil - wo die Resultate einmal mehr nicht berichterstattungswürdig waren - und von da an den Aegerisee zum Mittagessen. Dank strömendem Regen kamen die Männer zum Jassen und Kegeln. Ob dies der Grund für folgenden Kommentar im Jahresbericht des Präsidenten war? "Danken möchte ich den Frauen, die so manch schönen Sonntag auf den Mann zu verzichten hatten. Mit oder ohne Frauenstimmrecht wird dies aber auch im kommenden Jahre nicht anders sein."
Vereinsmeister wurde dieses Jahr der solches schreibende Präsident, allerdings musste er diesen Titel mit dem punktgleichen Ernst Romann teilen. Strafe musste sein.
1958 war ein zukunftsweisendes Jahr im Schiesssport. In Deutschland, wo seit dem Krieg das Schiessen verboten war, wurde das sportliche Schiessen mit dem Luftgewehr entdeckt. Unser Präsident nahm nicht nur an einem Demonstrationsschiessen in Wiesbaden teil, sondern begründete sogleich das Luftgewehrschiessen in der Schweiz. Dazu erstellte er eine eigens entwickelte Scheibentransportanlage in Niederglatt in der ehemaligen Kegelbahn der Metzgerhalle. Zudem stellten er und Heinrich Huber je ein Luftgewehr zur Verfügung. Durch GV-Beschluss unseres Vereins wurden weitere vier Gewehre angeschafft.
Ein weiterer Höhepunkt wird im Luftgewehrschiessen durch die Schweizermeisterschaft - organisiert durch unseren Verein in Niederglatt - gesetzt. Man besuchte offensichtlich wieder das Herbstschiessen in Glattfelden, denn der Generalversammlung vom 28. Januar 1961 ging ein Güggeliessen in der Metzgerhalle Dielsdorf voraus. Es soll geschmeckt haben?! An der erwähnten Generalversammlung wurden auch Beschlüsse gefasst, nämlich

· dass Paul Dill als Junior und Aktivschütze aufgenommen wird (mit dem bekannten Spruch vom Apfel und Baum)
· dass inskünftig jeder Junior jährlich 200 Uebungspatronen erhalten soll
· dass an der 1. Gruppenmeisterschaft nicht teilgenommen wird (Die Verbandspolitik hat wieder einmal gewirkt)
· dass Paul Dill senior a.i. das Amt des Aktuars übernehmen muss.
Zudem erhielt Werner Schüpbach, Winterthur, ein Fresspaket von Heinrich Huber, weil er unserem Verein trotz geografischer Distanz treu geblieben war, dies notabene ohne Auto.
Und wieder Walter Häberling: 1961 erhält er die Ehrenmitgliedschaft des Zürcher Kantonalen Sportschützenverbandes und - um auch seine sportlichen Qualitäten zu untermauern - gewinnt die Vereinsmeisterschaft von Dielsdorf. Das EMD unterstützt erstmals Kleinkaliber-Jungschützenkurse, Dielsdorf ist selbstverständlich auch dabei.
Präsident Ernst Romann lobt das sportliche Luftgewehr-Schiessen und empfiehlt es auch Mitgliedern, die bis anhin nur das "ränzlige" Kleinkaliberschiessen pflegten. Ob dann der Vereinsanlass in Niederglatt anstelle eines Vereinsausfluges von den Betroffenen eher als Schikane empfunden wurde, entzieht sich unseren Kenntnissen. Besonders zu Herzen genommen hat Urs Hoffmann den präsidialen Rat, denn er schoss seine erste Medaille im Luftgewehrschiessen in jenem Winter.
An der der Schiessaison 1961 folgenden Generalversammlung wurde besonders der Austritt von Heinrich Huber bedauert. Er erhielt einen Zinnteller für seine grossen Verdienste um den Verein. Unter den neueintretenden Aktivmitgliedern befand sich ein gewisser Walter Kunz, späterer Gemeindepräsident von Dielsdorf. Dass an der gleichen Generalversammlung von einem erstmaligen Gemeindebeitrag von Fr. 100.- Kenntnis genommen werden durfte, war für ihn offensichtlich ein gutes Omen.
Besonders geehrt für 15-jährige Aktivmitgliedschaft wurden Johann Wolf (Jahrgang 1889), Otto Rietmann (1892), beide Niederglatt und Jakob Beereuter (1892), Windlach.
1962 war das Jahr des Eidgenössischen Schützenfestes in Bern. Mit dem Sektionsdurchschnitt von 55.4 Punkten und 17 Kranzresultaten von 19 Teilnehmern war man sehr zufrieden. Vereinsmeister wurde Edmund Schedle, der aus einer Zürcher Sektion einen kurzen Abstecher ins Zürcher Unterland machte. Der erfolgreiche Schütze hatte zum voraus bei einem allfälligen Gewinn der Meisterkanne darauf verzichtet. Diese erhielt der zweitrangierte Heinz Hoffmann. Dass dieser dieses Resultat trotz Rekrutenschule und Domizilwechsel ins Welschland gelang, erstaunt selbst ihn heute noch.
Der Vereinspräsident Ernst Romann fragte sich in seinem Jahresbericht, ob es richtig sei, dass all die Aktivitäten unseres Vereins auf so wenig Schultern getragen werden. Müssten die Mitglieder anstelle der Vorständer in schriftlichen Berichten Rechenschaft abliefern, würde das Bewusstsein für das Vereinsleben und die Schiesstätigkeit sicherlich gefördert. Die Überalterung in unserem Verein sei eindeutig auf die Vernachlässigung der Jugend zurückzuführen, schrieb er weiter. Der sinkende Bestand von noch 22 Mitgliedern sei eben dieser Ueberalterung zuzuschreiben.
An der Generalversammlung, die den Beginn der Schiessaison 1963 einläutete, wurde beschlossen, auf die Organisation und Durchführung eines Kantonalen Schützenfestes zu verzichten. Dieses Thema hat jedoch die nächsten Vorstandsgenerationen weiter beschäftigt und wurde sogar später im Verbund mit weiteren Sektionen realisiert. Das Jahr war geprägt durch das Eidgenössische Schützenfest in Zürich, allerdings auf die grosse Distanz. Aber eben, ein richtiger Schütze muss hie und da wieder den Duft der grossen, weiten Welt schnuppern. Walter Häberling wird trotz seiner grossen Belastung im Luftgewehrsektor Vereinsmeister im Kleinkaliberschiessen. In der erstmaligen Beteiligung an der Gruppenmeisterschaft kommt das Aus in der 2. Runde. Schützenmeister Ernst Gut fordert intensiveres Training, muss jedoch gleichzeitig von seinem Amt wegen Überlastung zurücktreten. Es ist protokollarisch festgehalten, dass er noch im gleichen Jahr geheiratet hat. An der Generalversammlung wird der beiden verstorbenen Jakob Beereuter, Windlach, und Hans Schmid, Metzgerhalle Dielsdorf, gedacht, die unserem Verein seit Gründung Treue und Loyalität bekundeten.
1964 war ein bewegtes Vereinsjahr.
Es wurde überschattet vom plötzlichen Tod des Gründerpräsidenten Paul Dill. Er starb am 19. September 1964 an einem Herzversagen in unserem Schützenstand in Dielsdorf. Ironie des Schicksals. In dieser Vereinsgeschichte konnte mehrmals auf die grossen Verdienste von Paul Dill hingewiesen werden. Er verliess nicht nur Freunde, Vereine, Gemeinde sondern vor allem seine Frau Frieda und seinen Sohn Paul. Beide sind unserem Verein bis heute treu und eng verbunden geblieben. Das Wirken von Paul Dill senior wird in unserem Verein unvergessen bleiben. Wir denken an Ihn in Dankbarkeit.
Der Präsident führte es auf seine berufliche Belastung zurück, dass erstmals kein Jugendschiessen durchgeführt werden konnte. Trotzdem war 1964 - wie bereits erwähnt - sehr viel an Veränderungen und Neuerungen anstehend. An einer ausserordentlichen Generalversammlung wurde beschlossen, sich an einer durch die Pistolenschützen geplanten Laufscheibenanlage zu beteiligen. Von den Totalkosten von Fr. 16000.- wurden grosszügig Fr. 14000.- von Sport-Toto und Gemeinde übernommen. Weil die Pistolenschützen an den Restbeitrag nichts beifügen konnten, war der Beschluss anfänglich umstritten. Es war jedoch dem Pistolenpräsidenten Heinrich Maag und seinen Leuten zu verdanken, dass die Anlage mit enormen Frondiensteinsatz erstellt werden konnte. Die beschlossene Anschaffung von Dioptern für die Vereinskarabiner weist darauf hin, dass zu jener Zeit die Einschränkung der Visierung aufgehoben wurde und damit ein wesentlicher Schritt in Richtung sportlichem Schiessen getan wurde. Vereinsmeister (vermutlich mit offener Visierung) wurde Walter Häberling. Den neu eingeführten Cup gewann Max Vogt, der nicht nur ein hervorragender Schütze aber auch ein besonderes Original war.
Im Winter 1964/65 wurde die erwähnte Laufscheibenanlage eingebaut, die dann auch zeitgerecht der neuen Saison zur Verfügung stand. Nachweisbar, denn die Chronik berichtet von einem eisigen Start in die Gruppenmeisterschaft. Dieser von den Verbandsfunktionären aufgezwungene Zeitpunkt wurde von allen Schützen erfolglos kritisiert. Gross trumpfte man am Kantonalen 1965 in Wetzikon auf. Im Sektionswettkampf wurde man nur von "Hans Waldmann" Zürich geschlagen und erreichte den hervorragenden 2. Platz. Die Waldmänner wurden auch als "Dunkelmänner" bezeichnet, warf man ihnen doch vor, sich nur aus Spitzenschützen zum Zweck von finanziell lukrativen Schützenfestsiegen zu einer Sektion formiert zu haben. Vereinsmeister wurde erstmals Wädi Kunz. Weil die Nächstplatzierten Ernst Romann und Willy Lanz waren, dufte man von einer eindrücklichen Regensberger Dominanz sprechen. Um weiter Jugendschiessen durchführen zu dürfen, musste man nunmehr auch vorgängig einen Jungschützenkurs organisieren. Für diesen erstmaligen Kurs in unserem Verein wurde die Subvention wegen Formfehler gestrichen. Gemäss Jahresbericht unseres Präsidenten geschah dies durch einen Oberstbrigadier höchst persönlich, der wohl wegen der Miragedebatte überall sparen musste.
1966 lobte der Präsident den Aufwärtstrend im Verein. Ob dies allein durch den Eintritt von Hansruedi Werndli bewirkt wurde, bleibe dahin gestellt. Auf jeden Fall wird man von diesem in Zukunft noch einiges im Verein spüren. Allerdings scheint die neue Laufscheibenanlage nicht den Anforderungen zu genügen und der Trainingsbetrieb wurde eingeschränkt. Aber die Wettkampftätigkeit wurde intensiviert und auch durch die Aufnahme des Matchschiessens stark gefördert. Mit karierten Mützen gibt man dem Verein bei den verschiedensten Anlässen einen einheitlichen Auftritt. Hans Schärer erinnerte sich wohl an seinen früheren Versuch, den Mitgliederbeitrag zu erhöhen, doch er scheiterte auch dieses Mal vor der Generalversammlung, es blieb bei bescheidenen acht Franken. Die Vereinsmeisterschaft wird vom neuen Schützenmeister Heinz Hoffmann gewonnen.
Eine eigenartige Diskussion muss an der Generalversammlung stattgefunden haben. Man fragte sich, ob man nicht mit einer Nachbarsektion fusionieren sollte, nicht zuletzt auch, um den erhöhten Anforderungen für einen Standausbau gemeinsam gerecht werden zu können. Auch im Eidgenössischen Verband sollen damals Diskussionen zu einem Anschluss an das EMD aufgekommen sein. Zum Glück für unseren Sport und unseren Verein haben sich diese Ansinnen zerstreut. Unsere Sportsektion hat ihre Selbständigkeit bewahrt, sich laufend entwickelt und
auch später den Stand ausgebaut. Ob sich auch die Verbände positiv entwickelt haben, lassen wir offen.
Dies ist die Geschichte der ersten zwanzig Jahre des Kleinkaliber-Schiessvereins Dielsdorf und Umgebung. Es ist mindestens ein Versuch dazu. Dokumente und Unterlagen, Gespräche mit Vereinsgründern und zuletzt die eigenen Erlebnisse die der Verfasser erfahren durfte, haben wesentlich beigetragen. Ueber die weiteren dreissig Jahre wird zu berichten sein.